Die europäischen Länder des westlichen Mittelmeerraumes Spanien, Portugal, Südfrankreich und Süditalien, einschließlich der ihnen zugehörigen Inseln, bildeten im Mittelalter kulturell eine geschlossene Einheit.
So ist ihnen, neben dem Klima, das überkommene römische Kulturerbe, die Ableitung ihrer Sprachen vom lateinischen, die Macht des katholischen Glaubens sowie die historische Erfahrung der
arabischen Besetzung gemeinsam, um nur einige Beispiele zu nennen. In diesem Raum entstand mit dem Alano auch ein ihnen gemeinsamer Hundetyp, wie in ähnlicher Weise auf den britischen Inseln
Mastiff und Bulldogge sowie in Mitteleuropa der Bullenbeißer als vergleichbare Spezies herausgezüchtet wurde.
In Spanien existierte also seit dem Mittelalter eine wehrhafte Dogge die zur Jagd auf wehrhaftes Wild, zum bändigen von Stieren, als Wach- bzw. Schutzhund und als Kriegshund Verwendung fand. Diese Dogge wurde allgemein als Alano bezeichnet. Heute wird diese Ur-Rasse nun häufig als "Dogo Canario", manchmal auch “Presa Canario“ oder auch “Perro de Presa“ bezeichnet.
Die alten spanischen Doggen (Alanos) dienten dem jagdpassionierten, mittelalterlichen Adeligen als kompromissloser Packer wehrhaften Wildes (Hirsch, Bär, Wildschwein). Ein gefährliches Unterfangen, bei dem häufig nicht nur das Blut des Wildes floss. Der Viehzüchter nahm sie zum zusammentreiben seiner halbwilden Rinder. Das einfache Volk erfreute sich in jenen Zeiten an Bären- und Kampfstierhatzen, wo auch wieder Alanos zum Einsatz kamen. Und schließlich wurde er von den spanischen Konquistadoren als Kriegshund mit in die überseeischen Kolonien gebracht.Der Alano hat sich aus diesen brutalen, rohen und kämpferischen Zeiten, aber auch einige nützliche Eigenschaften erhalten, die er an seinen reinsten Sohn, dem Dogo/Presa Canario, weitergab und die seine Besitzer noch heute sehr schätzen.Heute wird der Dogo Canario in erster Linie als Familien-, Wach- und Schutzhund gesehen.
Quelle: Alano Verein Deutschland e.V.